MENSCHENLIEDER-BENEFIZ-KONZERTE

Menschenlieder-Konzerte sind ein Charity-Projekt von playandhelp e.V. und Rolf Rötgers. Unterstützt werden mit den Erlösen gemeinwohlorientierte Initiativen. Diese können zu eigenen Gunsten Benefiz-Konzerte buchen und durchführen.

Die Zuhörer dürfen sich auf eine Veranstaltung mit einem deutschen Songpoeten der Extraklasse freuen. Der Autor, Sänger und Musiker engagiert sich für Projekte aus den Bereichen Soziales, Humanität, Gesundheit, Umwelt, Tierschutz und Bildung.


K O N Z E R T - T E R M I N E

(Bitte klicken. Es öffnet sich der Tourplan auf playandhelp.org)

ZUM NULLTARIF

Von Plakaten über Pressematerial bis zur kompletten Technik stellen wir alles kostenlos zur Verfügung. Der Künstler spielt ohne Gage. Dadurch entfallen die üblichen finanziellen Risiken einer Kulturveranstaltung und der Organisationsaufwand wird auf ein Minimum reduziert. Ihr benötigt nur einen Veranstaltungsraum und natürlich die entsprechende Freude an der Durchführung.

Womit hab ich mich verdient?

Finden lernen

Schnee

Im Diesseits vom Jenseits

VERANSTALTUNGSBEISPIEL

* Das Gymnasium in Bergenheim engagiert Rolf Rötgers mit seinem Menschenlieder-Programm
* Die Schule benutzt ihre Aula (Bühne, Licht, Bestuhlung) für die Veranstaltung
* Der Künstler spielt ohne Gage
* Wir stellen die komplette Beschallungstechnik zur Verfügung
* Wir liefern Plakate und Pressematerial zum Nulltarif
* Eine Schüler-Projektgruppe macht die Promotion (Plakatieren, Pressemitteilungen)
* Das Konzert wird als Benefizveranstaltung durchgeführt
* 50% der Erlöse gehen an den Förderverein der Schule oder eine gemeinnützige Einrichtung in der Region
* oder ein soziales Projekt, das die Schüler unterstützen (z. B. eine Non-Profit-Organisation)
* 50% der Erlöse gehen an playandhelp e.V.
* Alle Musiktitel sind GEMAfrei, es fallen keine Urheberrechtsgebühren an

WER KANN BUCHEN?

Non-Profit-Organisationen, Musikveranstalter, Theater, Schulen, privat Engagierte und Buchhandlungen können dieses Angebot nutzen. Bitte einfach Kontakt aufnehmen, die Möglichkeiten ausloten und mit uns die Umsetzung realisieren. Gemeinsam machen wir die Welt ein wenig besser, poetischer, solidarischer und gerechter.

DAS PROGRAMM

ROLF RÖTGERS singt MENSCHENLIEDER
Musik & Poesie zum Luftanhalten und Durchatmen

Was werden Sie erleben? - Zum Heulen schöne, ergreifende Balladen treffen auf urkomische Geschichten. Ein verzweifeltes Publikum im Wechselbad der Gefühle und im Bannstrahl des Wortes, das sich nicht traut wegzulaufen ... man könnte ja was verpassen.

Ein Glücksfall für alle Freunde des feinen Humors, hintergründig, verschmitzt und überraschend. Eine sinnliche Versuchung für all die Besinnlichen, die wissen, dass Musik und Geschichten in der Lage sind, direkt ins Herz zu treffen - hautnah und unplugged.

Der Künstler wechselt ein ums andere Mal das Genre und lässt die Gegensätze dramaturgisch geschickt ineinanderfließen. Während man gerade noch in einem melancholischen Chanson versunken war, kitzelt er im nächsten Moment schon wieder das Zwerchfell mit einem abstrusen Zaubertrick. Seine satirische Lyrik um das illustre Pärchen Gottfried und Gertrude genießt bei vielen längst Kultstatus und die Story vom sprechenden Spatz, der es fertig bringt, in kürzester Zeit ein ganzes Straßencafé aufzumischen ...

Rolf Rötgers hat bisher 7 Bücher und 10 Tonträger veröffentlicht und hunderte Konzerte gegeben, u. a. in Freiburg, Baden-Baden, Konstanz, Heidelberg, Wiesbaden, Frankfurt, Bonn, Köln, Düsseldorf, Aachen, Essen, Duisburg, Dortmund, Münster, Osnabrück, Bremen, Hamburg, Kiel etc.

STIMMEN AUS DEM JENSEITS

» ... ein beeindruckendes Soloprogramm, wortgewaltig und musikalisch, tiefsinnig und komisch gleichermaßen. Spannende Unterhaltung gewährte der Langeweile nicht den Hauch einer Chance. Wer diesen Künstler nicht engagiert, ist selber Schuld. »
Harpstedter Lesestuhl

» ... Rolf Rötgers ist Geschichtenerzähler, im Guten wie im Bösen, im Märchen wie in der Satire. Immer wieder führt er die Zuschauer hinters Licht und lässt sie in die sperrangelweiten Falltüren seiner Pointen plumpsen. Mit seinen Liedern, Gedichten und Geschichten besitzt er eine Bandbreite, die er sich von den so zahlreich gewordenen Festlegern nicht nehmen lassen sollte. »
Dr. Nikolaus Gatter / Köln (Kritiker)

» ... mich überzeugte die zwingende Eindringlichkeit in der Interpretation. Die überaus gelassene Musik begleitet hervorragend die Inhalte und strahlt eine beeindruckende Ruhe aus. »
Folk-Magazin

» ... für das musikalische Programm bei der WDR-Aufzeichnung sorgten die niederländische Gruppe "bots" und Rolf Rötgers, dessen Songs beim Publikum großen Anklang fanden. »
WAZ

» ... mich überzeugte die zwingende Eindringlichkeit in der Interpretation. Die überaus gelassene Musik begleitet hervorragend die Inhalte und strahlt eine beeindruckende Ruhe aus. »
Folk-Magazin

» ... auch leise Töne können Gefühlseinschläge hinterlassen. Die poetische Dichte ist atemberaubend, das Programm ein feines Gewebe aus Melancholie, verspieltem Witz und philosophischen Exkursionen. Rolf Rötgers begleitet sich auf der Gitarre ungewöhnlich individuell und absolut stimmig. «
Tagesspiegel / Bad Allersbach

» ... eine voll besetzte Buchhandlung zur Premiere des Menschenlieder-Benefiz-Projektes. Der Autor, Musiker und Sänger Rolf Rötgers glänzt mit einem poetischen Feuerwerk, zieht von der ersten Sekunde an das Publikum in seinen Bann und bleibt dabei sympathisch bescheiden. Die Zuhörer lauschen und kichern, sind mal andächtig, mal ausgelassen, aber immer gerührt und berührt von den Songs und Geschichten. Rolf Rötgers ist Kleinkunst ganz groß. Und das alles für einen guten Zweck.- Chapeau! »
Buchhandlung Bökers / Wildeshausen

» ... Zauberpoesie. Soll ich jetzt seufzen, weil ich sie vermisse, diese kleinen, gemeinen Partnerschaftsballaden, die mich dermaßen entsetzt und hingerissen haben? Mir und dem spürbar verdatterten Publikum wurde endlich wieder klar, was das ist: Satire - zwieschlächtig und hinterhältig, je böser, je besser. Bei Rolf Rötgers wird man etwas finden, was die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufs explosivste gefährdet, einen feinen, skrupellosen Humor und eine verschwenderisch delikate Phantasie. «
Musikblatt

» ... so viel Lebendigkeit hat der Wasserturm noch nicht erlebt. Es ging recht theatralisch zu, denn Rolf Rötgers spielte und las aus seinem Roman. Und das tat er im wahrsten Sinne mit Herz und Seele. Mit Katzen und Vögeln redend krabbelte er über den Boden, kämpfte gegen bedrohliche Boten und schlüpfte wieder zurück in die Rolle des Erzählers. »
Westfälische Nachrichten / Gronau

» ... die Dialoge mit viel Humor gewürzt zog der Autor sehr eindrucksvoll die Zuhörer in seinen Bann. Dazu kamen Lieder voller Gefühl. Kontrastreich setzte er die gesprochenen Vorträge dagegen. Er überraschte die Anwesenden durch paradoxe Wendungen und feine Spitzen, die das Publikum mehr als einmal verblüfften «
Nordwest-Zeitung

» ... Rolf Rötgers verzauberte die Besucher mit vielen künstlerischen Variationen. Der Autor und Darsteller brillierte mit gelesenen und gefühlvoll gespielten Passagen. Dieser spannenden Mischung fügte er eine überaus unterhaltsame und abwechslungsreiche Portion an Musik, Lyrik und Satire hinzu. «
Mediengruppe Kreiszeitung


Rolf Rötgers feat. Kristian Vogelberg

» ... schwer zu beschreiben, was das Publikum in der vollbesetzten Aula auf Gut Spascher Sand erlebte. Die beiden Musiker servierten ihren Zuhörern einen zauberhaften Abend und boten dabei eine Mischung, die in der heutigen Zeit eher selten zu finden ist. Ihr Repertoire an Musik, Geschichten und Instrumenten war vielfältig. Ein Zuschauer formulierte am Schluss den passenden Kommentar zum Erlebnis: "Einfach genial." »
Weser Kurier

» ... an ihren Reisen durch die verschiedensten Musikstile dürften nicht nur Freunde der gepflegten Kleinkunst ihr Vergnügen gefunden haben. Bissig und deftig, aber auch voller Poesie hatten die Künstler die Herzen der rund 100 Zuhörer von der ersten Minute an im Sturm erobert. So mussten die Lachmuskeln des öfteren eine Sonderschicht einlegen. Mit einer Prise Magie fügten sie noch äußerst unterhaltsame Zaubertricks hinzu, bei denen mancher aus dem Kichern und Staunen nicht herauskam. «
Wildeshauser Zeitung

» ... zwei Künstler mit viel Gefühl, der eine meisterlich auf den Klaviertasten, der andere fulminant mit Worten. Feine Liebeslieder zum Dahinschmelzen, tiefsinnige Poesie für den Geist, Satire für die Seele und Humor fürs Gemüt. Sie sind wie Brüder ... oder doch eher wie ein altes Ehepaar ... eigentlich aber auch wie Katz und Maus ... total ernsthaft und irgendwie immer mit Schalk im Nacken. Man darf ihnen nichts glauben und nimmt ihnen doch alles ab. «
MMT feat. Joe / Autor, Musikproduzent

» ... das Publikum erlebte einige Überraschungen verbaler und musikalischer Art. Im wahrsten Sinne des Wortes haben sich auf der Bühne zwei gefunden, bei denen die Chemie stimmt und die ein poetisch-musikalisches Feuerwerk der Extraklasse entfachen. Der Abend dürfte den Zuhörern bestens im Gedächtnis bleiben.
NWZ

AKTUELLE BÜCHER

Atemnot
Roman / ISBN: 978-3-8370-8818-2 / 328 Seiten / Paperback

Wir schreiben das Jahr 1976, als André durch einen Krampfanfall zum ersten Mal die Atemnot bis zur Bewusstlosigkeit spürt. Von jetzt an ändert sich sein Leben. Die Signale zeigen täglich deutlicher, wie schwierig es für ihn ist, sich in diesem Land zurechtzufinden. Der achtzehnjährige André aber weiß die Zeichen nicht zu deuten. Er braucht Zeit, um zu begreifen, woher seine Ängste und Visionen kommen ...

Gottfried und Gertrude
Komische Gedichte / illustriert / ISBN 978-3-8391-0646-4 / 144 Seiten / Paperback

Rolf Rötgers erweckt mit einer verschwenderisch delikaten Phantasie seine Protagonisten Gottfried und Gertrude zum Leben. Wer einfach mal alle Konventionen vergessen und sich dem skurilen Witz hingeben möchte, findet hier sein Vergnügen. Die gedichteten Episoden aus dem Leben dieses „reizenden“ Pärchens sind unglaublich schräg ...

rolf rötgers poetische wortspielbilder®
ILLUSTRATIONEN / ISBN: 978-3-8370-9342-1 / 64 Seiten / 58 Farbseiten / Hardcover

Rolf Rötgers hat hier 58 seiner Zeichnungen und Gemälde sehr individuell in Poesie verstrickt. Er kommentiert sie mal ironisch oder humorvoll, mal philosophisch oder kritisch. Mit sparsam treffenden Worten oder winzigen Geschichten begleitet er die Kunst und illustriert gleichzeitig die Sprache. So entstanden seine „poetischen wortspielbilder“ ...

rolf rötgers poetische wortspielbilder®
DAS KOMASAUFEN IN DER MILCHBAR VERÄNDERTE MEIN AUSSEHEN AUF DUBIOSE WEISE / ISBN: 978-3-8391-2241-9 / 64 Seiten / 58 Farbseiten / Hardcover

Rolf Rötgers hat hier 58 Fotografien sehr individuell in Poesie verstrickt. Mit ironischen, humorvollen und philosophischen Kommentaren erschafft er eine einzigartige Synthese, eine neue Bildsprache und im wahrsten Sinne des Wortes „Kurz-Geschichten“, die einem das eigene Weiterdenken und grenzenlose Phantasieren erlauben ...

Bine Banane und Barnebert Bohne
Ein Lese- und Vorlesebuch für kleine und große Menschen
SBN 978-3-8391-0588-7 / 96 Seiten / Hardcover

In der Stadt Ordnung war Ordnung sehr wichtig, auf jeden Fall wichtiger, als sich Gedanken darüber zu machen, wie das Leben sein könnte, wenn die Ordnung in Ordnung nicht so wichtig wäre. Das Phantasieren hatte der Bürgermeister verboten ...

Pico, Päckchen und Konfetti
Kinder-Bilderbuch / ISBN: 978-3-8391-2853-4 / 60 Seiten / Hardcover

Die gelben Dreiecke leben auf ihrer weißen Insel und können sich natürlich gar nicht vorstellen, dass es noch etwas anderes geben könnte als gelbe Dreiecke. Das geht den blauen Vierecken und den roten Kreisen aber genauso ...

DISCOGRAPHIE

Menschenlieder
LP / elf Chansons
1981

Durchbruch
CD / musikalische Affären
CNS RECORDS 2002

Küss mich!
Vorläufige Liebesbeziehungsverhältnisgeschichten
CD / musikalische Phantasiereisen indigoteam® 2004

Stehpisser
Thomas Haupt, Rolf Rötgers und Kristian Vogelberg produzieren als PAPAS FRITAS die Radio-, Dance- und A Capella-Satire
indigoteam® 2004

Wie es mir gefällt
Ein musikalisches Soloabenteuer
Maxi-CD / indigoteam® 2006

Die Katze
Singer-Songwriter-Jazz
Maxi-CD / indigoteam® 2007

Nun komm schon
Songs und Balladen
CD / indigoteam® 2007

Adieu Berlin
Der ultimative Schweinchen-Lovesong
Maxi-CD / indigoteam® 2007

Grand Tour
Rolf Rötgers Solo Project
CD / indigoteam® 2009

Fusion
Singer-Songwriter-Jazz & Solo Project
CD / indigoteam® 2010

VITA

Rolf Rötgers wurde 1958 in Gronau / Westf. geboren. Sterben wird er voraussichtlich an seinem Todestag ... aber nur, wenn nichts dazwischenkommt.

Er ist ausgebildeter Kunstglaser und Kunstmaler, Grafiker, Autor, Sport- und Spieleerfinder, Komponist, Sänger, Musiker und Produzent. Seit 1979 ist er zwischen Freiburg und Kiel auf deutschlands Bühnen in Solo- und Gemeinschaftsprogrammen unterwegs.

Mit dem Pianisten und Percussionisten Kristian Vogelberg (Heinz-Rudolf Kunze, Carsten Pape, James con Hielo Band etc.) und unter Regie des chilenischen Theaterleiters Erwing Rau, schuf er die Aufführung „Im Diesseits vom Jenseits“ - Musik & Poesie zum Luftanhalten.

Er schrieb das Theaterstück „Weil ich nicht bin wie du“ und spielte es gemeinsam mit dem Musiker und Darsteller Oliver Bolten. Regie führte Markus Herlyn, Schauspieler und Leiter des Bremer Theaterinstituts / Kolleg für dramatische Kunst.

Rolf Rötgers veröffentlichte bisher 10 Tonträger und 7 Bücher und lizensierte weltweit Sport- und Spielerfindungen. Er war Mitbegründer und Gesellschafter verschiedener Unternehmen, u.a. von Smashevents, der endmix GmbH und der endmix LLC in Kentucky / USA.

Heute betreibt er mit Kristian Vogelberg das Fair-Trade-Musiclabel indigoteam® mit zur Zeit über 40 Künstlern. Er ist Mitbegründer von playandhelp.org, entwickelte das „charity music“ Projekt zugunsten von Schüler Helfen Leben e.V. und initiierte die Gründung des gemeinnützigen Vereins zur Förderung sozialer und humanitärer Organisationen - playandhelp e.V.

KONTAKT

playandhelp e.V.
Erlenstr. 19
27793 Wildeshausen

04431-9559947
rolf@playandhelp.org


Mehr Infos über playandhelp e.V., unsere Benefiz-Konzerte, das "charity music" Projekt zugunsten von Schüler Helfen Leben e.V. sowie unser kostenloses "fairplay" Spendenspiel erhalten Sie auf der Website www.playandhelp.org

Der Verein ist vom Finanzamt Vechta als gemeinnützig anerkannt und eingetragen beim Registergericht Oldenburg unter VR 200830.

Inhaltlich Verantwortlicher gemäß MDStV:
Rolf Rötgers

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www.indigoteam.com www.chicomario.de www.drumschool-baum.de www.marktplatz-hockensberg.de www.soluna-entspannung.de

Parallel dazu quälte sich André in der Stadt Gronau im evangelischen Krankenhaus ans Licht der Welt. Er kam genau einen Monat zu früh. Vielleicht lief die Zeit auch nur zu langsam ab. Sollte das zu Schwierigkeiten in den deutschen Verwaltungen führen, weil er nun einen zusätzlichen Lebensmonat besaß, so sah er kein Problem darin, diesen Monat später durch Geschwindigkeitsverzicht wieder auszugleichen. Wenn es sein musste, war er langsamer als jede Verwaltung. Die Hebamme griff mit einer Hand von hinten um seinen Rücken und hielt viereinhalb Pfund Skelett in die Luft, von dem die überschüssige Haut in langen Falten herabhing. Aus zweierlei Gründen vollzog er die Geburt so voreilig. Erstens wollte er seinen Vater noch kennenlernen, und zweitens bestand er darauf, ein Märzkind zu sein, denn die Natur erwachte gerade aus dem Winterschlaf. Die Stare flogen aus dem Süden ein und riefen seinen Namen. Nur wenigen Menschen war es vergönnt, von den Staren auf die Welt gerufen zu werden, nur jenen eben, die die Gabe in sich trugen, die Sprache der Tiere zu verstehen. Eingesperrt im Mutterleib lauschte André gespannt den Stimmen der Vögel. Ohne Zweifel, sie meinten ihn. Und er kam heraus, dem verlockenden Ruf der Stare folgend.

Nun blieben ihm 30 Tage Zeit zu Begegnungen mit seinem Vater. Es reichte nicht für eine spätere Erinnerung, denn dieser starb pünktlich zu Andrés offiziellem Geburtstermin. Er fuhr mit dem Motorrad in ein Schaf. Das Motorrad war kaputt, das Schaf war kaputt, sein Vater war kaputt. Und niemand wusste etwas von dem Austausch, der sich damit heimlich vollzog. Der Vater pflanzte seinen Abschied in den kindlichen Beginn und machte jeden Anfang und jedes Ende zu unzertrennlichen Gefährten für André. Sein ganzes Leben sollte davon bestimmt werden, von den starken Gegensätzen, die oft unvereinbar schienen. Und er hörte wieder die Stare, die die letzten auserwählten Kinder aus den Bäuchen der Mütter lockten, und er hörte die Schwalben, die ihn aufgeregt weiter in das Jahr zerrten. Und als der Sommerwind seine faltige und schrumpelige Haut ganz warm und glatt gebügelt hatte, da hörte er zum ersten Mal die Lerche. Die sang von tiefer Trauer und von tiefer Freude und schloss eine melancholische Freundschaft mit dem Frühlingskind. Sie erzählte Lied für Lied von den kalten Tagen, die in jeder Jahreszeit kommen könnten und die André noch nicht kannte. Die Lerche war unglaublich. Wie ein Magnet zog sie ihn in ihren Bann. Ihr Gesang tropfte vom Himmel, rieselte nieder auf das staunende Kind und später auf den fragenden, jungen Mann. Jahr für Jahr brachte sie sein Herz mit ihrer gewaltigen Stimme zum Glühen. Aber sie vermochte es auch einzufrieren. Davor schützte nicht einmal der heißeste Sommer. Sie sprach von Liebe, und er schmolz dahin in einem fernen Glück. Sie sprach von Angst, und er fühlte sich beobachtet. Es gab eine Mystik, die tief und verborgen lag, unentdeckt, verschüttet und lauernd. Mit seiner Fähigkeit, die Sprache der Vögel zu verstehen, wurde er in diese Welt geboren und war er aufgewachsen. Er konnte diese Tatsache nicht leugnen, vor sich selbst schon gar nicht. Aber kaum jemand nahm ihn ernst, wenn er davon erzählte. Und es lebte niemand mehr, der ihm das wirklich glaubte. Und dennoch stand er damit erst am Anfang einer heimlichen und unheimlichen Geschichte, die sich manchmal in diffusen Ahnungen ankündigte.
All diese Erlebnisse trugen zu seiner Sehnsucht bei, die keinen festen Ursprung und kein festes Ziel kannte. Unbändig explodierten seine Gefühle, manchmal chaotisch und meistens bestimmend. Er probierte beides aus, sich ihnen hinzugeben oder mit ihnen zu kämpfen, wenn sie von ihm Besitz ergriffen. Dann wehrte er sich mit Händen, Füßen und Worten gegen ihre Eroberungsversuche.
„Ich lass mich von euch nicht an der Nase herumführen. Ich bin Herr im eigenen Körper! Da spielt es überhaupt keine Rolle, ob der einen Entenarsch hat oder nicht. Mein Körper ist eine göttliche Ansammlung erotische Atome und cleverer Moleküle. Zwar gibt es für mich gar keinen Gott, aber das geht euch einen Scheißdreck an. Für destruktive Gefühle hab ich einfach keinen Platz, die brauch ich nicht, die will ich nicht, die sind auch nicht von mir!“ sagte er zu seinen Gefühlen in zornigen Minuten und meinte sich doch selbst.
Er war nicht sein eigener Herr. Plötzlich geriet sein Körper außer Kontrolle, ausgerechnet! Auf den hatte er sich gestützt, dem konnte er vertrauen, der war verlässlich. Wie konnte der ihn jetzt im Stich lassen? Im Sog dieser Erfahrung wankten auch seine Gedanken, sein Verständnis, sein Selbstverständnis. Und so brachten ihn die verworrenen Gefühle eines Morgens zu Fall, die Last des Lebens, diese ihm auferlegte Bürde, da zu sein und mit der Wirklichkeit irgendwie zurecht kommen zu müssen. Er spürte ein leichtes Zucken in der Unterlippe.
"Nanu", wunderte er sich, "wer zuckt mich da?"
Es wurde stärker.
"Hey, hey, das ist meine Lippe. Und wenn die zucken soll, dann sag ich es ihr schon!"
Ungeachtet dessen begann die Oberlippe ebenfalls unruhig zu hüpfen. Er stand auf, um in den Spiegel zu sehen. Seine Sprache verstummte nun schon vor den Stimmbändern. Kein Wort drang mehr von innen nach außen. Die Beine knickten unsicher ein. Er stolperte durch die offene Tür. Seine Kiefermuskeln verkrampften sich. Er fiel vornüber und landete mit der rechten Stirn auf der spitzen Ecke der Schrankschublade. Ein kurzer Stich jagte durch den Kopf. Den Körper gebeugt, kniete er auf dem Boden. Seine Oberlippe zog sich links hoch, die Unterlippe rechts runter. Verzweifelt leistete er Widerstand gegen diese gewaltige Attacke, versuchte seinen verzerrten Mund zu öffnen. Dann glaubte er, einen seitlichen Salto zu machen, und es wurde finster. Andrés ganzer Körper zuckte. Die Krämpfe schüttelten ihn, und er röchelte nach Luft. Zwei Minuten dauerte es, bis sich der Anfall löste und sich seine Atmung wieder einstellte. Allmählich und verschwommen nahm er seine Umgebung wahr. Er sah seine roten Hände und das blutverschmierte Hemd. Die Kopfwunde schmerzte. Was war passiert? - Er kroch zum Telefon.
"St. Antonius-Hospital Gronau, guten Morgen."
"Guten Morgen. Ich bin’s. Wenn Sie gerade nichts zu tun haben, könnten Sie mir einen Krankenwagen schicken."
"Wer sind Sie, und worum geht’s denn?"
"Ich bin André, und es geht um mich. Ich blute. Ich weiß auch nicht, was los ist. Ich brauch ‘n Krankenwagen. Die Straße zum Kloster, Nr. 37a in Bardel."
"Es wird gleich jemand kommen."
"Danke."
Das dauerte eine Weile, denn André lebte mit seiner Mutter in die Gemeinde Bardel, acht Kilometer entfernt von der nächsten Stadt. Kurz nach seinem fünften Geburtstag zogen sie damals in diese schöne, ländliche Gegend, die überwiegend aus Wald, Feldern, Wiesen, einer bezaubernden Moorlandschaft und einigen verstreut liegenden Bauernhöfen bestand. An ihrer Westseite verlief die holländische Grenze, und im Osten schloss ein großes Moor ihre Fläche ab. Diese kleine, schwach besiedelte Insel bekam für André schnell Weltbedeutung. Sie war für ihn berauschend wie das Nachtleben der Großstädte, aber er empfand sie nie als oberflächlich. Er liebte die Natur und kannte in den Wäldern der Umgebung jeden Quadratmeter. Zu einigen Plätzen fühlte er eine so tiefe, innige Verbindung, die er später einmal als sentimentalemotionale Sehnsuchtsillusion bezeichnete. In den ersten Jahren hatte seine Sehnsucht keine Adresse. Ihm fehlte der Empfänger dieser süßen Trauer, die für ihn nur existierte, weil er sie als diffusen Schleier in sich selbst wahrnahm. Den Grund ihrer Existenz konnte er lange Zeit nicht entdecken, nämlich die Tatsache, dass jeder Tag, jede Stunde, jede Minute, ja, die Gegenwart an sich durchtränkt war mit permanentem Abschied. Die Vergänglichkeit machte ihn heimlich melancholisch. Er mochte dieses Gefühl sogar. Doch es gab auch eine Sehnsucht, die in die Zukunft gerichtet war, und die zeigte ihm beständig, dass in seinem Leben etwas fehlte. Aber wonach sollte er suchen?
Manchmal fragte seine Mutter ihn: "Was machst du eigentlich immer im Wald? Jeden Tag verschwindest du stundenlang im Dickicht, als wolltest du dein halbes Leben dort verbringen?"
"Ach, Mütterchen", antwortete André darauf, "der Wald besitzt eine Tiefe, die kein Haus in sich verbergen kann. - Es gibt allerdings auch Tiefen, in denen sich kein Wald befindet. Und die wiederum entdecke ich nicht selten sogar in einem Haus. Die Welt zeigt sich manchmal teuflisch verzwickt, findest du nicht auch?"
Mütterchen schüttelte verständnislos den Kopf. Das war wieder eine seiner typischen Antworten. Nicht wirklich konkret, aber auch nicht so sinnlos, als dass man ihm vorwerfen könnte, er hätte die Frage außer Acht gelassen.

Sie wohnten in einer kleinen Siedlung alter Zollhäuser, die gebaut waren aus roten Ziegeln und jeweils zwei Familien Platz boten. Hier sollte er den größten Teil seiner Kindheit verbringen. Ein Umstand, den er nie bereute. Als sie damals nach Bardel zogen, wusste er noch nicht, dass dies seine erste und auch letzte Heimat würde. Aber gleich der Anfang gestaltete sich zu einem unvergesslichen Ereignis.

Während die Erwachsenen Möbel schleppten, sah sich der kleine André sein neues Zuhause an. Er öffnete neugierig die Badezimmertür und flüsterte: "Guck mal!" Und er guckte, staunte und schwieg minutenlang vor Begeisterung über diese erste fest installierte Badewanne seines Lebens. Und weil er so drängelte und quengelte, füllte seine Mutter sie abends bis zum Rand mit dampfendem Wasser. Er sackte in den heißen See und entschwand in ferne Welten. Das Brennholz im Heizkessel knisterte und die Temperatur in dem kleinen, gerade einmal drei Quadratmeter großen Raum stieg fast unerträglich an. Kaum etwas anderes empfand er je so wunderbar, wie in der Badewanne zu sitzen und seine Gedanken fliegen zu lassen. Diese wohlige Wärme, die den ganzen Körper erfasste, strahlte auch nach innen. Von außen nach innen Wärme zu verbreiten, schien der Natur vorbehalten, also den lebenswichtigen Elementen und den Lebewesen, deren Natürlichkeit intuitiv war. Es gab auch solche Menschen.
Nebenan lebte ein altes Ehepaar. Herr und Frau Sieder verteilten zur Nachbarschaftsbegrüßung eingekochte Pfirsiche.

Sie saßen oft am Ende des großen Gartens auf einer kleinen Bank vor den Kaninchenställen. Sie redete und er schwieg, das änderte sich während Andrés kompletter Kindheit und Jugend nicht. Herr Sieder schaffte es trotz seines hohen Alters stundenlang im Garten Kartoffeln auszugraben und einzusammeln. Die redeten wenigstens nicht, das verlieh ihm Ausdauer und Kraft. Der Garten konnte deshalb auch nicht groß genug sein. Außerdem musste jeden Sommer Brennholz gesägt, gehackt und äußerst penibel gestapelt werden. Die übertriebene Sorgsamkeit war keine Pflicht. Er schenkte sich selbst ein wenig schweigsame Zeit, indem er den Vorgang in die Länge zog. Auf dem Areal der Sieders standen Pfirsich-, Kirsch- und Esskastanienbäume, bei André und seiner Mutter einige Apfel-, Pflaumen- und Birnenbäume.
Es gab keine Straßennamen in Bardel, nur Hausnummern, die fortlaufend verteilt wurden. Jedes neue Wohngebäude bekam die nächsthöhere noch unbesetzte Ziffer. Die kleinste Nummer markierte somit das älteste Haus. Die Räume in den Häusern besaßen hochgezogene Decken.
"Mein Zimmer wäre wesentlich größer, wenn ich es umkippen könnte", bemerkte André später einmal. "Schade, dass mir dazu die Energie fehlt."
Alle Familien verfügten über Hühnerställe und eine Schweinebox. Eigene Schweine hielt allerdings niemand mehr in dieser Siedlung.

Seine Mutter arbeitete in einem nahegelegenen Kloster der Franziskaner, das in sich viele Geschichten und viele unbekannte, persönliche Schicksale verbarg. Seine Erinnerungen an die eigene Kindheit sollten später fest verwachsen sein mit dem Kloster Bardel, für immer gezeichnet von den zwiespältigen Gedanken an eine nicht erfüllte Hoffnung und an seine großen menschlichen Enttäuschungen.
Jetzt lag er auf dem rauhen Kokosteppich des Flures und wartete auf den Krankenwagen. Durch die geöffnete Haustür ließ er Luft und Licht herein. Vielleicht klärte das seine Gedanken. Welch unbändige Kraft hatte einige Minuten zuvor von seinem Körper Besitz ergriffen. Er war tief beeindruckt von diesem wilden Überfall, der so urplötzlich und unvorbereitet geschah, dass sein Verständnis noch völlig im Dunkeln tappte. Und weil seine verwirrten Gedanken in ihm suchend umherjagten, blieben ihm weder Zeit noch Sinn für die Gefühle der Angst. Die Angst allerdings fand in diesen Momenten einen neuen, nahrhaften Boden für ihre Existenz. Sie nutzte jede Gelegenheit, um sich einzunisten, und verwertete Krankheiten und andere unangenehme Erlebnisse wie die Geier das liegengebliebene Aas. Ihr Charakter entpuppte sich als hilfreich oder tyrannisch, das waren ihre zwei Gesichter. Dazwischen gab es nichts.
André atmete tief, als sich die graue Wolke am Himmel verschob, die Morgensonne durch die Zweige des Apfelbaumes hindurchschoss und ihm ins Gesicht strahlte. Allmählich fühlte er sich besser. Der Schmerz schwächte ab und seine Wahrnehmung klärte sich zu früherer Deutlichkeit.
"Steh auf, Alter. Du musst einen Zettel schreiben, damit sie weiß, wo du abgeblieben bist."
Er wankte etwas, aber der Körper gehorchte wieder seinen Anweisungen.
"Schau an, die Feinmotorik funktioniert noch. Da muss ich mich wohl unter den Lebenden befinden", sprach er und schrieb: Liebes Mütterchen, mich hat’s erwischt. Ich weiß zwar noch nicht, was es war und was es wollte, aber es suchte mich ziemlich eindeutig aus. Ansonsten kann ich sogar noch Briefchen vollkritzeln. Ich ruf Dich an. André.

Als draußen der Krankenwagen vorfuhr, kam er den Sanitätern schon entgegen. Seine Kopfwunde blutete nicht mehr, die rechte Gesichtshälfte jedoch leuchtete rotverschmiert in der Sonne. Er hatte sich das im Spiegel angesehen und gesagt: "Davon wisch ich nichts ab!"
André liebte diese harmlose Dramatik und hoffte, seiner großen Liebe, die im Krankenhaus arbeitete, so zu begegnen. Ob das etwas verändern würde, wusste er nicht. Ihre Nähe war wichtig. Wie sie zustande kam, war unwichtig. Als sie ihn in die Ambulanz brachten, sah er ihre erschreckten Augen. Welch ein glücklicher Zufall, dachte er, und ließ voller Freude ein Lächeln über seinen Mund huschen.
"Wusstest du, dass ich heute Dienst hab?" fragte sie.
"Kein Stück", protestierte er entsetzt. "Glaub nur nicht, dass ich absichtlich hier bin."
"Ist ja schon gut", beruhigte sie ihn. "War bloß so ‘ne Idee."
Ihm blieb die Genugtuung, ihr einen übertrieben schlimmen Anblick bieten zu können. Sie wusch ihm das Gesicht, und André genoss heimlich diese so vermisste Zuwendung.
"Deine Wunde muss genäht werden."
"Kannst du das?"
"Nein."
"Und die anderen Wunden!?"
"Welche anderen Wunden?"
"Innerlich gibt es ein paar ..."
"Die kann ich ... glaube ich ... auch nicht."
Er schwieg betroffen. Es sah nicht gut aus zwischen ihnen. Wenigstens musste er vorläufig zur Beobachtung dort bleiben. Damit war ihre Nähe gesichert. Er ließ sich in sein Krankenzimmer führen. In dem lagen zwei Männer. Der eine, gut in den Dreißigern, musterte ihn still mit skeptischen Blicken. André mochte das nicht. Arrogante Leute beeinflussten sein Verhalten unangenehm. Darauf reagierte er so cool, dass er sich manchmal selbst fremd erschien. Der andere Mann war wesentlich älter und von offenem Gemüt. Er streckte ihm die Hand entgegen und stellte sich vor.
"Guten Tag. Ich bin Opa Hagelmann. Mit mir muss man immer etwas lauter sprechen, ich hör nämlich schlecht. Du kannst ruhig Opa zu mir sagen. Schließlich bin ich einer."
"Hallo Opa."
"Auf dich haben wir gewartet", meldete sich der jüngere zu Wort. "Nicht wahr, Opa. Das ist unser dritter Mann."
"Soll ich euch zur Flucht verhelfen oder was?"
"Hier flüchtet niemand. Hier wird ab heute Skat gespielt."
"Kann ich nicht. Aber wie wär's mit Schach? Opa, spielst du vielleicht zufällig Schach?"
"Schach!? Um Himmels willen! Ich spiele nur Skat."
"Ich spiele auch kein Schach", ergänzte der andere vorsichtshalber.
"Dann können wir eben nicht zusammen spielen", resümierte André, legte sich aufs Bett und schwieg.
Später kam ein Arzt. Dunkler Bart.
"Guten Morgen. Mein Name ist Dr. Schubert."
"André."
"Schön, André. Ich möchte Ihnen einige Fragen stellen. Sind Sie damit einverstanden?"
"War das schon die erste?"
"Äh ... eigentlich nicht."
"Na gut! Man muss ja schließlich wissen, wann's losgeht."
"Jetzt geht's los. Welches Datum haben wir heute?"
"Den Zweiundzwanzigsten. Steht auf Ihrem Zettel."
Freundliches Lächeln. Von beiden.
"Und welchen Tag?"
"Wenn meine Ohnmacht nur von kurzer Dauer war, haben wir heute Dienstag."
"Das stimmt."
"Mein Hungerfühl sprach auch für den Dienstag. Wenn wir schon Mittwoch gehabt hätten, wär Opa Hagelmann längst meinem unkontrollierten Kannibalismus zum Opfer gefallen."
Opa guckte fragend, als hätte er seinen Namen gehört. Er war sich aber nicht sicher.
"Wie heißt der Bundeskanzler?" fragte Dr. Schubert.
"Noch Helmut Schmidt. Aber Kohl hat gesagt: Ich will Bundeskanzler werden. Schon schlimm genug. Noch schlimmer ist: Wenn er's denn wirklich schafft, dann will er es auch bleiben - und zwar für immer."
"So, so! - Hatten Sie in ihrem Leben bereits eine Kopfverletzung?"
"Ständig! Deshalb bin ich auch ein bisschen verrückt."
"Na, machen Sie mal keine schlechten Scherze."
"Doch, doch."
"Wie alt sind Sie denn?"
"Achtzehn."
"Üben Sie einen Beruf aus?"
"Nein. Ich hab noch keinen Beruf gefunden."
"Haben Sie überhaupt danach gesucht?"
"Ach, wissen Sie, das Suchen ist ja keine Herausforderung. Das Finden lernen dagegen durchaus. Ich versuche also, das Suchen zu überspringen und direkt das Finden zu lernen. Zuerst muss ich schließlich meine Berufung entdecken, bevor aus meinen Tätigkeiten ein Beruf wird."
"Mit dieser Einstellung werden Sie voraussichtlich nicht weit kommen im Leben."
"Sie werden vielleicht weit kommen, Herr Schubert, aber haben Sie dann auch gelebt?"
"Ich bin Realist."
"Ich bin Träumer."
"Ich bin glücklich verheiratet."
"Ich bin unglücklich verliebt."
"Und das finden Sie besser?"
"Das Finden lern ich ja noch!"
Schubert hatte keine Lust mehr. Er ging. In der Tür drehte er sich noch einmal um und sagte: "Wir werden Sie vielleicht an einen Nervenarzt überweisen müssen."
"Am besten, Sie kommen gleich mit", antwortete André.
Die Tür knallte ins Schloss. Er grinste. Die Leute hatten selber schlechte Nerven.

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